Die Benzinpreise steigen

 

Als der Taxifahrer plötzlich 70 Peswas verlangte, anstatt der in Swedru üblichen 50 Peswas, dachte ich mir, jetzt versucht es eben mal wieder einer.
„Der normale Preis ist aber 50 Peswas“, sage ich, und drücke ihm das Geld in die Hand. Doch der Taxifahrer fängt nicht an zu lachen, wie es die Leute hier so oft tun, wenn man sie beim Schummeln erwischt, sondern besteht darauf, dass ich ihm die fehlenden 20 Peswas gebe. „Die Benzinpreise sind gestiegen“ meint er. Neben mir im Taxi sitzen zwei Ghanaerinnen, also frage ich nach. Und anscheinend ist es dieses Mal wirklich kein Versuch, mich über den Tisch zu ziehen. Also gebe ich dem Fahrer das Geld, entschuldige mich, und steige aus, denn ich bin an meinem Ziel angekommen.

In der folgenden Woche habe ich mehrere solcher Erfahrungen gemacht. Taxis, und Trotros kosten mehr, die Preise für Wasser und Strom wurden erhöht. Auch für Lebensmittel bezahlt man oft etwas mehr.
Für viele Familien ist diese Steigerung der Lebenskosten nicht unproblematisch, und man tritt kürzer. Vor allem beim Strom werden Einsparungen gemacht.

 

Strom ist in letzter Zeit sowieso „Mangelware“. Es ist das Ende der Trockenzeit, und der Wasserpegel des Voltasees ist tiefer als sonst. Das hat Auswirkungen auf das ghanaische Stromnetz, denn aus dem Kraftwerk im Akosombo Staudamm fließt ein nicht unerheblicher Teil des ghanaischen Stroms.

 

Die „Light offs“, wie Stromausfälle hier genannt werden, dauern oft lange an (Gestern von 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends).
Morgens hat das zur Folge, dass man wieder trockenen Theorie-unterricht machen muss (PCs brauchen ja Strom), mittags heizt die Sonne langsam die Zimmer auf, bis sie um kurz nach 6 am Horizont verschwindet und man kaum noch die Hand vor den Augen erkennt, sodass man im Grunde nicht mehr viel machen kann und abends schweißgebadet schlafen geht, auch wenn man 10 Minuten vorher „eimergeduscht“ hat.

 

Doch zurück zum Thema:

Grund für die Erhöhung von Benzin- und anderen Preisen ist die INFLATION IN GHANA.

 

In den letzten 2 Jahren war die Inflationsrate bei ca 10% pro Jahr.Die durchschnittliche Inflationsrate in Ghana von 1998 – 2013 beträgt um die 17 Prozent pro Jahr. Im Jahr 2001 war sie zeitweise über 60%, das Minimum waren 0.40% im Mai 1999.

 

2007 wurde die ghanaische Währung vom alten auf den neuen Cedi umgestellt. Dabei wurden vom alten Cedi vier Nullen weggestrichen und so waren 10.000 alte Cedis 1 neuer Cedi. Für eine Übergangszeit von sechs Monaten waren sowohl alte als auch neue Cedi parallel als Umlauf-Zahlungsmittel bei täglichen Geschäften mit privaten Endverbrauchern gültig. Seit dem 31. Dezember 2007 ist der alte Cedi nicht mehr gültig.
Allerdings gebrauchen viele Menschen hier immer noch die alte Währung um zu rechnen oder zu handeln.Wenn ein Getränk also plötzlich „15.000“ kostet, kostet es eigentlich 1 Cedi 50 Peswas.

 

Mehr Informationen über die Inflation in Ghana gibt es hier:

 

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