Vom Malaria haben, und nicht haben

– „You have Malaria.“

„ – ?!“

– „Are you afraid of Malaria?“

„Of course I’m afraid of malaria!!“

– „Hahahaha..“

Schon viel zu lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Und genauso viel ist in der Zwischenzeit passiert. Einzelheiten davon:

Im Swedruer Krankenhaus wurde mir am Sonntag, nach einer Blutuntersuchung, Malaria diagnostiziert. Dort ergab sich dann auch (nach mehreren Stunden warten, im Wartesaal, zusammen mit sowohl Patienten als auch mit Hühnern) das oben wiedergegebene, extrem ermutigende Gespräch.

Im Anschluss daran habe ich mich – entsprechend der ärztlicher Anordnung, mit Medikamenten gegen Malaria und mit einem Antibiotikum vollgepumpt, die meinen Zustand nicht gerade verbesserten, bis ich dann am Mittwoch in Begleitung von zwei weiteren Freiwilligen bei der Botschaftsärztin in Accra war, die mich dann noch einmal auf Malaria testete: Negativ. Die Ärztin erzählte mir auch, dass im Government Hospital von Swedru fast alle Malariatests positiv ausfallen würden und dass man, wenn man einen sicheren Test machen wolle, schon nach Accra kommen müsse. Nach Absetzen der Medikamente geht es mir jetzt auch schon fast wieder gut.
Malaria gehört zu den wichtigsten Infektionskrankheiten weltweit und kann im Fall der von Plasmodium falciparum verursachten Malaria tropica, besonders bei Kleinkindern und anderen Personengruppen mit mangelndem Immunschutz, rasch zum Tod führen. Durch den anfangs grippeähnliche Infektionsverlauf, dessen Symptome von vielen anderen in den Risikogebieten verbreiteten Infektionskrankheiten kaum zu unterscheiden sind, wird eine Behandlung oftmals zu spät eingeleitet oder verursacht unnötige Kosten innerhalb eines Gesundheitssystems, dessen finanzielle Grenzen längst überschritten sind.

In vielen der von Malaria betroffenen Gebiete besteht zusätzlich zu den mangelnden Ressourcen auf allen Ebenen der Gesellschaft — vom staatlichen Gesundheitswesen bis zur einzelnen Familie oder sogar der mittellosen Zweitfrau — anscheinend eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber Krankheitssymptomen, auch bei Kleinkindern.

Wird eine Malaria diagnostiziert, werden oft billige und schlecht verträgliche Medikamente verschrieben – soauch die Warnungen in den Reiseführern – . Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit (oder des Fernbleibens von der Schule) wird so noch verlängert, was wiederum zu einer schlechteren finanziellen Lage oder einer ungenügenden Schulbildung führt.

Die finanzielle Seite der Malariabekämpfung ist ein großes Problem.
Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren Initiativen, die nach Mitteln suchen, eine Malariabekämpfung jenseits der Pharmaindustrie aufzubauen. Hier ein Link über so einen Versuch.
Und wer mehr über Malaria erfahren will klicke hier.

Mein Heim in Ghana

Das Haus, in dem meine Gastfamilie lebt, ist eines der besseren. Es isMein Gastbruder kocht Banku - ein traditionelles ghanaisches Gerichtt nicht weit vom Krankenhaus von Swedru entfernt, was aber nach meinen bisherigen Krankenhauserfahrungen seinen „schönen“ Klang verloren hat. Es gibt fast immer Strom, aber kein fließendes Wasser. Mein Zimmer ist groß, drinnen stehen zwei Betten und ein Schreibtisch. Es ist nicht direkt in der eigentlichen Wohnung meiner Gastfamilie, sondern hat einen eigenen Eingang, direkt neben der Wohnungstür, so wie eine Einzimmerwohnung. Wenn die Türe offen ist, und ich da bin, turnen hin und wieder meine kleinen Gastbrüder und Schwestern und ihre Freunde drin herum, und durchsuchen meine Sachen mit frecher Neugierde. Sehr unterhaltsam.

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