Endlich BILDER

Nach einer langen Durststrecke für die, die wegen der Bilder hier sind, gibt es nun endlich wieder etwas zu sehen.
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Unterrichtstopp an staatlichen Schulen

Seit einer Woche hat an den staatlichen Schulen in Ghana kein Unterricht mehr stattgefunden.

Für die Schüler ist der Streik ein großes Problem, da schon in 1½ Wochen die Examen des zweiten Trimesters beginnen werden. „So sind wir jetzt mit der Vorbereitung auf die Examen hinterher. Für die Meisten von uns wird sich das negativ auf unsere Leistung in den Examen auswirken..“, meinte ein JHS Schüler im Fernsehen.

15.03.13

PRESS CONFERENCE BY THE TEACHER UNIONS IN THE GHANA EDUCATION SERVICE (GNAT/NAGRAT) ON UNADDRESSED CONCERNS OF TEACHERS HELD AT THE TEACHERS HALL ACCRA ON FRIDAY, 15TH MARCH 2013.

Ladies and Gentlemen from the Media, it would be recalled that in January, 2013, teachers’ concerns came to the fore and attracted a lot of discussion in the media.

These concerns included but not limited to;

       Diese Sorgen/Anliegen beinhalteten unter anderem:

  1. Non-negotiation of new proposals of the Collective Agreement for the teaching employees of the Ghana Education Service (GES)Keine „Verhandlungen“ von neuen Vorschlägen für den Tarifvertrag der unterrichtenden Angestellten des Ghana Education Service (GES)
  2. Freeze on annual increments for the staff of GES since 2010Stopp der jährlichen Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter des GES (Ghana Education Service) seit 2010.
  3. 3.Non-payment of Vehicle Maintenance Allowance for 2012 to date to GES staff who qualifyVersäumte Bezahlung der Fahrzeugpflege-Zuschüsse an die Mitglieder des GES, die dafür die nötigen Voraussetzungen erfüllen, für das Jahr 2012 bis heute.
  4. 4.Delays in resolving outstanding issues related to promotionsVerspätungen bei der Bearbeitung ausstehender Angelegenheiten in Bezug auf Beförderungen.

Ladies and Gentlemen, it took the intervention of His Excellency, the President through the Chief of Staff and the National Labour Commission (NLC) to avert an industrial action in the education, non-tertiary sector at the time.

It is regrettable to note, however, that despite the intervention of these important stakeholders, the said concerns have still not been addressed… The agreement was that the working group would use 6 weeks to resolve the concerns. Meanwhile the concerns linger on and the six weeks have elapsed…

…From all indications, it is clear to the leadership that solutions to our concerns are not in sight and the pent-up feelings of our members are assuming alarming proportions…

…Ladies and Gentlemen, to show our displeasure for the inertia of the relevant authorities in solving the concerns of teachers in pre-tertiary educational institutions in the public service, whose mandate we carry, we as leaders, are unable to restrain our members who have already resolved not to teach, invigilate, supervise and not to work with effect from Monday, 18th March, 2013.

May God Bless Ghana

Thank you for Coming

Mr. Samuel Doe Alobuia Mr. Christian Addai -Poku

Ag. National President, GNAT National President, NAGRAT

Seit Dienstag (26.03.13) findet offiziell wieder Unterricht statt, denn, so sagte man mir, sei der Streik jetzt „pausiert“, weil eben in Kürze wichtige Examen anstehen. Nach den Examen soll der Streik jedoch fortgesetzt werden.

Update: Basic Schools Computerisation Project

Letzte Woche habe ich zusammen mit meinem Kollegen alle Laptops formatiert und dann Microsoft Windows auf ihnen installiert. Das Bildungsministerium gab uns zwar die Anweisung, keine Änderungen an den Computern vorzunehmen, aber so kann ich meine Schüler jetzt sinnvoll unterrichten.
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft an der Schule ist es den Kindern jetzt also möglich, das Gelernte am PC selbst anzuwenden.
Und das macht Spaß! Selbst wenn die Hälfte der Unterrichtsstunde verstreicht, bis jeder Schüler ein Mal das Programm „Paint“ geöffnet hat.

Im Moment findet jedoch kein planmäßiger Unterricht statt. Stattdessen treffen sich viele Grund- und Mittelschulen Swedrus an der großen „School of Business Agona Swedru“ für ein alljährliches Sport-Event, bei dem Wettkämpfe zwischen den verschiedenen Schulen stattfinden. Die ersten zwei Tage waren die Disziplinen vorwiegend Athletik (Von 100 bis 4000 Meter Lauf, Hochsprung, Weitsprung usw.) seit Gestern sind Teamsportarten (Fußball, Volleyball, Handball) an der Reihe. Das Event ist zwar wohl vorwiegend für Lehrer und Schüler, aber es kommen auch viele Eltern der Kinder, um zuzuschauen, und/oder bei der Gelegenheit Essen und Getränke (Fritierte Bananenchips, Meatpie – eine Teigtasche mit Fleischfüllung, Frühlingsrollen, gebratene Fleischspieße, Popcorn, Orangen, Wasser natürlich und vieles mehr) zu verkaufen. Das Programm geht täglich von morgens um 8 bis abends um 5, wobei auch oft Mal eine halbe Stunde bis Stunde gar nichts passiert. Damit man es auch den ganzen Tag unter der Sonne aushält, sind um den Sportplatz herum Pavillons aufgestellt worden, die zumindest meine Kollegen und Schüler schützen (Ich habe trotzdem Sonnenbrand). Ich habe im Moment keine Kamera zur Verfügung, deshalb gibt es diesmal leider keine Bilder.

Basic Schools Computerisation Project

Das Basic Schools Computerisation Projekt ist ein Projekt vom ghanaischen Bildungsministerium und RLG Communications, einer ghanaischen Computerfirma, das am 12.Sept.12 gestartet wurde. Im Rahmen des Projekts sollen über 60.000 Laptops an ghanaische Grund- und Mittelschulen verteilt werden, mit dem Ziel, jedem Schüler Zugang zu einem Computer zu verschaffen.
Außerdem hat das ghanaische Bildungsministerium begonnen, weitere ICT Lehrer auszubilden, die dann an Schulen geschickt werden sollen, an denen es keine oder wenige kompetente ICT Lehrer gibt.
Da manche Schulen im Land keinen Strom zur Verfügung haben, wurden außerdem Gespräche mit Stromanbietern aufgenommen, mit der Absicht, jeder Schule einen Stromanschluss zu verschaffen.

Als vor 2 Tagen plötzlich 15 in Kartons verpackte Laptops vor meinem Computerraum standen, habe ich mich natürlich riesig gefreut. Unterricht mit 2 Schülern pro Computer wäre schon eine tolle Sache.
Die Sache hat aber einen Haken: Auf den Computern ist das kostenlos im Internet downloadbare Betriebssystem Linux (Ubuntu) installiert, und nicht Windows.Der Lehrplan besagt aber, dass den Kindern Windows beigebracht werden soll und genauso sind auch die Schulbücher für Windows ausgelegt.
Als Grund für das verteilen von Computern mit Linux gibt das Bildungsministerium an, dass es so gut wie keine Vieren für Linux (Ubuntu) gibt, und dass die Computer so besser geschützt und leichter instand zu halten wären.
Das stimmt zwar, ich selbst vermute aber, dass es viel mehr einfach zu teuer ist, tausende Computer mit Windows auszustatten, für das man käuflich erworbene Lizenzen braucht.

Im Computerraum stehen jetzt also 15 Laptops, die die Schüler eigentlich gar nicht verwenden können, da sie sich mit dem neuen Betriebssystem nicht auskennen.
Es wäre zwar möglich, jetzt anzufangen den Kindern beizubringen wie man mit Linux umgeht, aber spätestens wenn die Schüler in einem, zwei oder drei Jahren in die Junior Highschool kommen, wird in den Examen wieder Wissen um das Windows Betriebssystem abgefragt.
Das Bildungsministerium hat zwar in Aussicht gestellt, dass die Computer nach und nach auch mit Windows-Betriebssystemen ausgestattet werden sollen, aber wann das der Fall sein wird, ist noch unklar.

Was also tun? Vom Lehrplan abweichen und die Schüler vielleicht nur verwirren, oder die zur Verfügung gestellten Computer nicht verwenden?

Das zweite Drittel

Mitte Oktober, zu Beginn meines Lehrerdaseins in Ghana, habe ich zum ersten Mal über den Schulalltag und die Situation, die ich in meinem Projekt vorgefunden habe, berichtet.

Nach knapp vier Monaten in Ghana habe ich mich jetzt ganz gut in die Schulabläufe integriert und starte viel besser vorbereitet in das zweite Drittel meiner Lehr(er)zeit.
Eine erfreuliche und gute Erfahrung war es, dass die Kinder im Kindergarten, der zur Schule gehört, die mich anfangs als ein neues, weißes Spielzeug ansahen, mich jetzt als einen Teil der Lehrerschaft akzeptieren, und nicht mehr ununterbrochen meinen Unterricht stören, wenn sie gerade Pause haben.

Der erste Term, also das erste Trimester, ging Mitte Dezember zu Ende, und vor einer Woche hat der zweite begonnen. Fünf Tage in der Woche stehe ich um halb 7 Uhr morgens auf, um halb 8 beginnt mein Schulalltag. Wie auch schon im ersten Term, unterrichte ich, helfe meinem Kollegen Malik beim benoten oder beaufsichtige die Kinder in der Schulbibliothek.

Natürlich ist der Schulalltag manchmal eintönig oder anstrengend, zum Beispiel wenn es für mich wenig zu tun gibt oder wenn ich in drei aufeinanderfolgenden Unterrichtsstunden den gleichen Stoff durchnehmen muss, weil die Kinder entweder nicht bereit sind zuzuhören, oder einfach immer die Hälfte der Klasse fehlt.
Viel öfter aber ist es motivierend, wenn die Schulkinder sich auf den ICT (Computerwissen) – Unterricht freuen (auch wenn nicht alle von ihnen gute Noten nach Hause tragen). Denn alle wissen: im ICT Unterricht werden viele Dinge anders gemacht. Der Lehrer hat keinen Stock in der Hand, er verteilt manchmal Belohnungen an fleißige Schüler (Schoko-Bonbons) und er verlangt andauernd von ihnen, eigene Antworten zu finden und nicht nur herunterzubeten, was im Buch steht. Das ist für die meisten nicht einfach, weil sie gewohnt sind, nur das bereits Gesagte zu wiederholen, aber die Abwechslung macht ihnen trotzdem sichtlich Spaß.

Die letzten zwei Wochen vor den Weihnachtsferien habe ich damit verbracht, mit den Schülern den Stoff des Terms zu wiederholen und die Examen für meine Klassen zu entwerfen. Das war eine recht schwierige Aufgabe, denn es waren die ersten längeren Klassenarbeiten, die ich zu entwerfen hatte ( Dauer: 1 ½ Stunden, die Klassentests sind dagegen nur 10-15 Minuten lang) und die Examen sollten natürlich nicht zu leicht und nicht zu schwer für die Schüler sein. Denn sie sind von erheblicher Bedeutung: sie machen ganze 70% der Jahresnote aus. Die restlichen 30% ergeben sich aus benoteten Klassentests und Hausaufgaben.
Die Examen der Primary und Junior Highschools bestehen normalerweise aus zwei Teilen: Im ersten Teil, für den die Schüler eine halbe Stunde Zeit haben, werden 20-30 Multiple-Choice-Fragen gestellt. In meinem Fall waren dies Fragen wie:

“A single click is used to
a) select an item on the screen
b) move an item on the screen
c) open an item on the screen.”

Das mag zunächst wie eine banale Frage erscheinen, doch man darf nicht vergessen, dass die Kinder, die ja meist erst 10-12 Jahre alt sind, dies kaum üben können, also solche Fragen eigentlich aus ihrem theoretischen Wissen heraus beantworten müssen.

Im zweiten Teil der Examen werden den Schülern zwei verschiedene Kompositionsaufgaben – in denen es darum geht, selbst Texte zu verfassen – vorgestellt, von denen sie eine wählen und dann bearbeiten müssen.

Benotet wird nach einem Punktesystem, maximale Punktzahl ist 100. Bei den Ergebnissen meiner Klassen war von 0/100 bis 95/100 alles drin. 0 Punkte, das klingt hart, aber einige der Schüler besuchen einfach nicht den Unterricht oder bleiben sogar unentschuldigt von den Examen fern.

Eine Erkenntnis ist mir nach dem Ablauf einer Drittel meiner Zeit in Ghana besonders wichtig: Das Dasein als Lehrer in Ghana ist nicht leicht, weder für mich noch für meine afrikanischen Kollegen. In einem Klassenzimmer sitzen manchmal bis zu 60 Kinder, und es fehlen oft Unterrichtsmaterialien, ob nun Hefte, Arbeitsblätter (die gibt’s so gut wie nie), oder gar Computer. Dazu mehr in meinem nächsten Beitrag, der kommt voraussichtlich morgen!