Update: Basic Schools Computerisation Project

Letzte Woche habe ich zusammen mit meinem Kollegen alle Laptops formatiert und dann Microsoft Windows auf ihnen installiert. Das Bildungsministerium gab uns zwar die Anweisung, keine Änderungen an den Computern vorzunehmen, aber so kann ich meine Schüler jetzt sinnvoll unterrichten.
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft an der Schule ist es den Kindern jetzt also möglich, das Gelernte am PC selbst anzuwenden.
Und das macht Spaß! Selbst wenn die Hälfte der Unterrichtsstunde verstreicht, bis jeder Schüler ein Mal das Programm „Paint“ geöffnet hat.

Im Moment findet jedoch kein planmäßiger Unterricht statt. Stattdessen treffen sich viele Grund- und Mittelschulen Swedrus an der großen „School of Business Agona Swedru“ für ein alljährliches Sport-Event, bei dem Wettkämpfe zwischen den verschiedenen Schulen stattfinden. Die ersten zwei Tage waren die Disziplinen vorwiegend Athletik (Von 100 bis 4000 Meter Lauf, Hochsprung, Weitsprung usw.) seit Gestern sind Teamsportarten (Fußball, Volleyball, Handball) an der Reihe. Das Event ist zwar wohl vorwiegend für Lehrer und Schüler, aber es kommen auch viele Eltern der Kinder, um zuzuschauen, und/oder bei der Gelegenheit Essen und Getränke (Fritierte Bananenchips, Meatpie – eine Teigtasche mit Fleischfüllung, Frühlingsrollen, gebratene Fleischspieße, Popcorn, Orangen, Wasser natürlich und vieles mehr) zu verkaufen. Das Programm geht täglich von morgens um 8 bis abends um 5, wobei auch oft Mal eine halbe Stunde bis Stunde gar nichts passiert. Damit man es auch den ganzen Tag unter der Sonne aushält, sind um den Sportplatz herum Pavillons aufgestellt worden, die zumindest meine Kollegen und Schüler schützen (Ich habe trotzdem Sonnenbrand). Ich habe im Moment keine Kamera zur Verfügung, deshalb gibt es diesmal leider keine Bilder.

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Schuldisziplin

Die Klassen an ghanaischen Schulen sind oft riesig. Manchmal sind bis zu 60 Kinder in einer Klasse, deshalb unterrichte ich mittlerweile immer nur die Hälfte der Klasse auf einmal, und dann jede Klasse 2 x pro Woche, ein Mal die Jungen, ein Mal die Mädchen.

Der Unterricht macht Spaß, ist aber oft auch sehr anstrengend, denn viele der Schüler sind nur sehr schwer für den Computerunterricht zu motivieren. Was gut nachvollziehbar ist, denn die meisten Familien haben keinen Computer zuhause, das heißt, die Kinder können das Gelernte nicht selbst anwenden. Nicht mal im Unterricht können sie selbst aktiv werden, denn dafür stehen nicht genügend Computer zur Verfügung.

Auf der anderen Seite gibt es einige, die interessiert und gut motiviert sind und die mein Lehrerdasein mit eigenen Ideen und Eigeninitiative aufhellen. Das sind vor allem diejenigen, die auch zuhause Zugang zu einem Computer haben. Die anderen Kinder haben – eben weil sie nichts selbst ausprobieren können – nur das Wissen, das schon im Unterricht besprochen wurde.

Ein weiteres Problem ist Unregelmäßigkeit, mit der die Schüler den Unterricht besuchen. Oft fehlt bis zu ¼ der Klasse. Warum dies der Fall ist kann ich nur vermuten. Sicherlich spielen Krankheiten wie Malaria und somit Krankheitsbedingtes Fehlen eine große Rolle.

Aber das ist sicherlich nicht der einzige Grund. Ein Beispiel: In der ganzen ersten Woche des neuen Terms waren häufig nur wenige Kinder pro Klasse anwesend. Warum? Die Schuldirektorin erklärte mir, die Eltern würden die Kinder wegen des Kalten Wetters nicht zur Schule schicken. Tatsächlich war es zu dieser Zeit – vor allem nachts – etwas kühler als sonst. Für das südliche Ghana bedeutet das, dass es tagsüber manchmal 30°C statt 35°C warm war. Wie das ein Grund für die Eltern sein kann, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, ist mir bisher ein Rätsel.

Doch auch aus ganz anderen Gründen als dem Fehlen von Schülern oder (wenn weniger Schüler fehlen) den völlig überfüllten Klassen, gestaltet sich der Unterricht oft schwierig: In meinem Fall ist es der Mangel an funktionierenden Computern, was den Computer-Unterricht sehr erschwert, denn die Kinder haben so nicht die Chance, aktiv zu lernen – das heißt, Dinge am Computer selbst auszuprobieren.

Wie schon in meinem früheren Artikel „Mein Projekt“ angekündigt, habe ich mit einem meiner Kollegen bei jedem der kaputten Computer nach dem Problem gesucht, und wir haben eine Liste mit fehlenden Komponenten erstellt, die benötigt werden, um die PCs zu reparieren. Diese Liste haben wir dann an die Schuldirektorin weitergegeben, in der Hoffnung, sie würde uns Geld für den für den Einkauf zur Verfügung stellen. Die Schule besitzt aber im Moment nicht die nötigen Mittel, die Komponenten zu besorgen, es müssen erst Elternabende organisiert werden, bei der die Direktorin die Eltern bitten will, die Reparaturen mitzufinanzieren. Somit liegt das Projekt vorerst auf Eis.

Daran, dass von 11 Computern im Computerlabor nur 3 funktionstüchtig sind, hat sich also seit meiner Ankunft im Projekt nichts geändert. Die Zahl der funktionierenden PCs ist sogar noch von 3 auf nur 2 geschrumpft.

Fernweh

Heute ist der richtige Tag um anzufangen. Ein regnerischer Montag, es gibt nicht viel zu tun. Der richtige Zeitpunkt, um den wie immer und überall schwierigen Anfang zu machen.

Gestern bin ich von meinem einwöchigen Vorbereitungsseminar zurückgekommen. „Vorbereitungsseminar“ – das hört sich ziemlich trocken an. War es aber überhaupt nicht. 37 Freiwillige, die im September mit dem Deutschen Roten Kreuz nach Peru und Ghana reisen, haben sich eine Woche lang intensiv ausgetauscht und über die unterschiedlichsten Themen diskutiert, haben in Gruppen Interkulturelle Aspekte und Sozialkompetenz sowie Gesundheitsvorsorge thematisiert. Man hat sich untereinander kennengelernt und Kontakte geknüpft. Die Woche hat viel Spaß gemacht, und so langsam fühle ich mich ganz gut vorbereitet, ein Jahr lang in Ghana zu leben.

Es stehen aber noch viele Vorbereitungen an, auch wenn ich in den letzten Wochen wichtige Dinge erledigt habe: Ich wurde gegen Gelbfieber, Tollwut, Typhus, Hepatitis A, B und Meningokokken geimpft, ich habe mit verschiedenen Tropenärzten über Malariaprophylaxe gesprochen. Trotzdem fehlen mir noch einige Folgeimpfungen sowie die Polioimpfung. Ich habe Kontakt mit einem ehemaligen weltwärts-Freiwilligen in Ghana aufgenommen, mit dem ich mich jetzt immer wieder austausche, denn natürlich hat man vor so einem großen Schritt unendlich viele Fragen, von denen – zum Glück, so muss man flexibel bleiben – auch viele unbeantwortet bleiben werden. Morgen werde ich endlich meinen Reisepass beim Bürgerbüro abholen können, dann kann ich auch endlich mein Visum beantragen. Weg mit den Hindernissen, die meiner Reise noch im Wege stehen!

Mehr Infos zur Trägerorganisation und zum „weltwärts“ Programm folgen in Kürze!