Mein Projekt

Entlang den zerbröckelten Straßenrändern Agona Swedrus ergießen sich kleine Sturzbäche. Meine Kleidung ist nass vom Regen, mein Körper vom Schweiß. Der Regen hat die rote Erde aufgeweicht, sodass ich auf der Straße laufen muss, noch näher an den hupenden und viel zu schnell fahrenden Autos. Einen Gehweg gibt es nicht. Ich bin auf dem Weg zur Schule. Und – natürlich – spät dran.

In der Schule angekommen, ist mein erster Weg zum Lehrerzimmer, und ich bestätige mit meiner Unterschrift im Attendance Book, dass ich anwesend bin. Danach steht erst einmal nichts an, meine erste Stunde ist erst um 8:15. Ich nutze die Zeit um in der Schulbibliothek, die gleichzeitig mein „Office“ ist, meinen Unterricht vorzubereiten, Hausaufgaben zu korrigieren, oder die Bibliothek in Ordnung zu bringen. In der Pause habe ich die Aufsicht in der Bibliothek, sie ist bei den Kindern auch sehr beliebt. Gelesen wird allerdings wenig, interessant sind nur die vielen Bilder. Wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja, daran etwas zu ändern.

Heute habe ich 3 Stunden Unterricht (Primary 3 – 5) plus Aufsicht, plus Unterricht vorbereiten. Allzu langweilig wird mir also nicht. Die reguläre Schule geht bis 2 Uhr. Heute bin ich bis halb 3 beschäftigt. Es ist heiß und stickig in den Klassenzimmern, die Lehrerschaft ist ein bisschen schlechter gelaunt als sonst. Kein Computer läuft (außer meinem, bei dem die Spannungsschwankungen den Akku noch nicht zerstört haben), und kein Ventilator dreht sich. Es gibt keinen Strom, da die Schule anscheinend Schulden beim Stromanbieter hat. Gute Voraussetzungen für den Computer – Unterricht.

Wenn es mal Strom gibt, sind die Voraussetzungen aber besser als in anderen Schulen Agona Swedrus:

Das Computerlab

Das Computerlab – sobald die Kamera gezückt wird, herrscht Chaos.

Das Computerlab ist laut GLOVO das beste der Stadt. Es gibt 11 Computer, das ist schon sehr viel, leider funktionieren davon im Moment nur 3. In den folgenden Wochen werde ich versuchen, mit der Hilfe einer meiner Kollegen einige Computer zu reparieren.

Das Wochenende habe ich in Kokrobitey verbracht, einem Ort in der Greater region of Arccra. Zusammen mit 12 anderen Freiwilligen habe ich 2 Tage lang Strand und Musik genossen. Davon gibt’s in Kürze einige Bilder!

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Galerie II

Vom Malaria haben, und nicht haben

– „You have Malaria.“

„ – ?!“

– „Are you afraid of Malaria?“

„Of course I’m afraid of malaria!!“

– „Hahahaha..“

Schon viel zu lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Und genauso viel ist in der Zwischenzeit passiert. Einzelheiten davon:

Im Swedruer Krankenhaus wurde mir am Sonntag, nach einer Blutuntersuchung, Malaria diagnostiziert. Dort ergab sich dann auch (nach mehreren Stunden warten, im Wartesaal, zusammen mit sowohl Patienten als auch mit Hühnern) das oben wiedergegebene, extrem ermutigende Gespräch.

Im Anschluss daran habe ich mich – entsprechend der ärztlicher Anordnung, mit Medikamenten gegen Malaria und mit einem Antibiotikum vollgepumpt, die meinen Zustand nicht gerade verbesserten, bis ich dann am Mittwoch in Begleitung von zwei weiteren Freiwilligen bei der Botschaftsärztin in Accra war, die mich dann noch einmal auf Malaria testete: Negativ. Die Ärztin erzählte mir auch, dass im Government Hospital von Swedru fast alle Malariatests positiv ausfallen würden und dass man, wenn man einen sicheren Test machen wolle, schon nach Accra kommen müsse. Nach Absetzen der Medikamente geht es mir jetzt auch schon fast wieder gut.
Malaria gehört zu den wichtigsten Infektionskrankheiten weltweit und kann im Fall der von Plasmodium falciparum verursachten Malaria tropica, besonders bei Kleinkindern und anderen Personengruppen mit mangelndem Immunschutz, rasch zum Tod führen. Durch den anfangs grippeähnliche Infektionsverlauf, dessen Symptome von vielen anderen in den Risikogebieten verbreiteten Infektionskrankheiten kaum zu unterscheiden sind, wird eine Behandlung oftmals zu spät eingeleitet oder verursacht unnötige Kosten innerhalb eines Gesundheitssystems, dessen finanzielle Grenzen längst überschritten sind.

In vielen der von Malaria betroffenen Gebiete besteht zusätzlich zu den mangelnden Ressourcen auf allen Ebenen der Gesellschaft — vom staatlichen Gesundheitswesen bis zur einzelnen Familie oder sogar der mittellosen Zweitfrau — anscheinend eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber Krankheitssymptomen, auch bei Kleinkindern.

Wird eine Malaria diagnostiziert, werden oft billige und schlecht verträgliche Medikamente verschrieben – soauch die Warnungen in den Reiseführern – . Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit (oder des Fernbleibens von der Schule) wird so noch verlängert, was wiederum zu einer schlechteren finanziellen Lage oder einer ungenügenden Schulbildung führt.

Die finanzielle Seite der Malariabekämpfung ist ein großes Problem.
Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren Initiativen, die nach Mitteln suchen, eine Malariabekämpfung jenseits der Pharmaindustrie aufzubauen. Hier ein Link über so einen Versuch.
Und wer mehr über Malaria erfahren will klicke hier.

Mein Heim in Ghana

Das Haus, in dem meine Gastfamilie lebt, ist eines der besseren. Es isMein Gastbruder kocht Banku - ein traditionelles ghanaisches Gerichtt nicht weit vom Krankenhaus von Swedru entfernt, was aber nach meinen bisherigen Krankenhauserfahrungen seinen „schönen“ Klang verloren hat. Es gibt fast immer Strom, aber kein fließendes Wasser. Mein Zimmer ist groß, drinnen stehen zwei Betten und ein Schreibtisch. Es ist nicht direkt in der eigentlichen Wohnung meiner Gastfamilie, sondern hat einen eigenen Eingang, direkt neben der Wohnungstür, so wie eine Einzimmerwohnung. Wenn die Türe offen ist, und ich da bin, turnen hin und wieder meine kleinen Gastbrüder und Schwestern und ihre Freunde drin herum, und durchsuchen meine Sachen mit frecher Neugierde. Sehr unterhaltsam.